ATEGRA Software Engineering

Spezifikation der Anforderung

Die wichtigsten Elemente eines guten Pflichtenhefts

Was sollte ein gutes Pflichtenheft für eine Informatik- resp. Software-Lösung enthalten?

Vorbemerkung: Es werden verschiedene andere Begriffe verwendet (z.B. Requirements Analysis & Specification u.a.m.) die mehr oder weniger dasselbe meinen wie wir hier.

  1.  Gültigkeitsbereich
    Welche Organisationseinheiten, Firmen und Unternehmen sind betroffen?
  2. Ausgangslage
    Ist-Zustand, Unbefriedigendes.
  3. Allgemeine Ziele und erwarteter Nutzen
    (z.B. Einsparen von Zeit, Reduktion der Fehler, raschere Abwicklung, Suche, Kundennutzen, wenig Lernaufwand)
  4. Allgemeine Anforderungen an die Intelligenz der Lösung
    Liegt die Intelligenz beim Anwender oder liegt die Intelligenz in der Anwendung?
  5. Erwarteter ROI (Return on Investment)
    Kann für die Lösung grob berechnet werden, welche Einsparungen möglich sind und in welchem Zeitraum diese realisiert werden sollten?
  6. Anwendergruppen
    Wer sind die zukünftigen Nutzer? Standorte? Beschreibung der User-Rollen: Welche organisatorischen Rollen kommen vor?
  7. Beschreibung der Business Cases resp. Use Cases
    Fallbeschreibungen, Ablaufbeschreibungen, Flussdiagramme oder Szenarien beschreiben.
  8. Beschreibung der abzubildenden Formulare und Dokumente
    (Beispiele in Papierform oder als Datei beilegen).
  9. Mengengerüst und Volumina
    Anzahl User, Anzahl bestehende und neue Dokumente/Datensätze pro Typ und pro Jahr, Durchschnittliche Grösse der Dokumente/Datensätze
  10. Welche Status kommen vor?
  11. Schlüssel (primary keys)
    Anhand welcher Merkmale können die Datensätze eindeutig unterschieden werden?
  12. Zugriffsrechte
    Wer soll lesenden Zugriff erhalten? Wer darf mutieren/ändern? Wer ist hat die Rolle des Applikations-Administrators und darf die Parameter-Einstellungen ändern?
  13. Schnittstellen zu anderen Systemen
    Welche Daten sollen regelmässig importiert oder exportiert werden? Wie häufig? Was ist die Datenquelle? Was das Ziel?
  14. Anforderungen im Bereich Drucken
    Welche Dokumente müssen wie oft und in welchem Umfang gedruckt werden?
  15. Datenübernahme
    Ist eine einmalige resp. erstmalige Datenübernahme durchzuführen? Für welche Daten? Welches ist das Quell-System?
  16. Risikoanalyse
    Mit welchen Risiken ist in diesem Projekt zu rechnen? An welche Gegenmassnahmen sollte gedacht werden?
  17. Checkliste für durchzuführende User-Tests
    Es ist sinnvoll, bereits im Pflichtenheft die zukünftigen Tests zu beschreiben, da diese auch als Vorgabe dienen. ATEGRA stelt Ihnen gerne einen Beispiel-Testplan zur Verfügung.
  18. Priorisierung im Dreieck „Kosten – Qualität – Termine“
    Was hat für den Kunden Priorität? Wenn Sie die drei Begriffe Kosten, Qualität und Termine in eine Rangfolge einordnen, wie sieht diese aus?

Ein gutes Pflichtenheft spezifiziert nicht die Lösung, sondern die Anforderungen. Daraus ergibt sich auch, dass keine Angaben zu Hardware und Software enthalten sein sollten mit einer Ausnahme: Falls es aus der Informatik-Strategie technologische Randbedingungen gibt, die erfüllt werden müssen. Es ist in jedem Falle „good practice“ wenn die Anwender die Anforderungen beschreiben und die Informatiker die Lösungen – und nicht umgekehrt.

Das Pflichtenheft sollte primär durch eine Anwenderin/einen Anwender geschrieben werden, damit die Anwendersicht zum Tragen kommt. Das Pflichtenheft kann, bzw. soll ohne hausinterne Informatiker bzw. Systemspezialisten erstellt werden. Diese sollten erst in der Phase der Lösungsentwicklung involviert werden, damit die Phasen Problembeschreibung und Problemlösung sauber getrennt werden. Dies zwingt uns, das Pflichtenheft technologieneutral zu formulieren. Es ist sinnvoll, dass die Anwender die Problemstellung umfassend und korrekt beschreiben und die Problemlösung den Informatikern überlassen. Ein gutes Pflichtenheft beschreibt nicht die Lösung, sondern die Bedürfnisse. Ein gutes Pflichtenheft ist kompakt, konzistent und verständlich formuliert. Es ist sinnvoll, eine Person beizuziehen, die viel Erfahrung mit dem Thema Pflichtenheft hat. Es empfiehlt sich, mindestens eine Person im Team zu haben, die über grosse Erfahrung im Bereich Analyse verfügt. Diese Person kann als Co-Autor oder als Reviewer eingesetzt werden. Entweder finden Sie eine solche Person in Ihrer Organisation oder ATEGRA stellt Ihnen eine qualifizierte Fachperson zur Verfügung.

Dienstleistungen der ATEGRA

Wir stehen Ihnen zur Seite bei der Entwicklung des Pflichtenhefts für eine neue Software-Lösung.

Ein grosses Problem in der Praxis ist, dass viele Pflichtenhefte nur schwer verständlich sind. Ebenso oft kommt es vor, dass ein Pflichtenheft nicht vollständig ist, dass wesentliche Anforderungen nicht enthalten sind die dann später in der Realisierungsphase ans Licht kommen und signifikante Folgekosten bewirken.

Ziel unserer Arbeit ist ein Pflichtenheft, das

  1. vollständig alle wesentlichen Anforderungen beschreibt
  2. wiederspruchsfrei ist
  3. einfach, verständlich und klar beschreibt worum es geht
  4. von den wichtigsten Anwendern geprüft und akzeptiert wurde
  5. für die Informatiker alle benötigten Informationen für das anschliessende Design der Lösung enthält
Variante 1: Workshop

Wir erarbeiten zusammen die Anforderungen. Zu den Themen im Workshop gehört das Design der Masken. Dies ist eine hervorragende Basis für die Kommunikation und Diskussion zwischen Anwendern und Informatikern. Wir entwickeln und beschreiben gemeinsam die Masken. Oft entsprechen diese bereits bestehenden Formularen (in Papierform, als Word- oder als Excel-Datei). Bei der Diskussion stossen wir auf wichtige Details wie das Status-System oder die verschiedenen Typen. Nebenprodukt ist das Datenmodell. Das Datenmodell ist für uns Software-Entwickler ebenso wichtig wie für Baufachleute der Hausplan. Ein gutes Datenmodell hält viele Jahre und bildet ein stabiles Fundament für spätere änderungen. Wir definieren aber auch die verschiedenen Benutzergruppen und deren Rollen, spezifizieren deren Zugriffsrechte (wer darf welche Daten sehen und wer darf sie mutieren?).

Variante 2: Interviews

Wir sprechen gemeinsam mit einer repräsentativen Auswahl der zukünftigen Anwender und wollen dabei deren Wünsche und Anforderungen kennenlernen. Oft geht es auch darum zu verstehen, wie und mit welchen Werkzeugen (Software-Tools und andere) die Leute arbeiten und inwiefern es sinnvoll ist hier eine neue Lösung einzuführen. Positiver Nebeneffekt solcher Interviews ist die zunehmende Akzeptanz, weil die meisten Leute es sehr schätzen, wenn sie um ihre Meinung und ihre Anforderungen befragt werden.

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